Hassee
Hassee im Überblick

In Hassee (mit Hammer und ohne Vieburg) leben zur Zeit ungefähr 12 000 Menschen. Davon sind ca. 1900 im Alter zwischen 0 und 19 Jahren.

Hier befinden sich die meisten Arbeitsstätten der verarbeitenden Industrie. Es gibt nur noch einen landwirtschaftlichen Betrieb!

Rund 50 % der Gebäude wurden vor 1949 erbaut.

Der Anteil der Waldfläche liegt deutlich über dem Kieler Durchschnitt. Es gibt hier 24 Spiel- und Bolzplätze sowie Sportanlagen und 5 Schulen. Insgesamt sind 6 060 PKW zugelassen; das sind 495 PKW auf 1000 Einwohner, oder 3 Autos pro Kind.

Geschichte des Stadtteils Hassee

Die Ortschaft "Hertse" wird zuerst in Urkunden von 1222, 1224, 1226 und 1232 genannt. Der Name weist auf einen See, den Hirschsee, hin und wurde später zu dem Ortsnamen 'Hassee". Außerdem benannte sich ein mittelalterliches Rittergeschlecht, das Besitzungen in Hassee hatte, nach dem Ort Hertse.

Im Jahr 1667 wurden Hassee, Russee, Ottendorf, Suchsdorf und Wik mit dem Gut Kronshagen zu einem "Bauernvogtdistrikt" zusammengefasst.

Genau 200 Jahre später, im Jahr 1867, wurde Schleswig-Holstein preußische Provinz und Hassee wurde zur Gemeinde im Amtsbezirk Kronshagen. 1881 wurde mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Kiel-Flensburg begonnen.

Als wir unsere Forschungsreise durch Alt-Hassee unternahmen, entdeckten wir direkt vor dem alten Bahnhof (gebaut 1905), auf dem sogenannten "Schmuckplatz", einen großen Gedenkstein. Auf ihm steht geschrieben:

Gemeinde Hassee 1909


Die Inschrift auf dem Findling erinnert an die Eingemeindung Hassees in die Stadt Kiel im Jahre 1910. Vor diesem Jahr, also bis 1909, war Hassee eine selbständige Gemeinde. Polizeilich gehörte Hassee allerdings schon seit 1889 zu Kiel. Auch die Stadtteile Gaarden, Hasseldieksdamm, Ellerbek und Wellingdorf wurden zum gleichen Zeitpunkt wie Hassee, am 1. April 1910, eingemeindet. durch die Eingemeindung Hassees wuchs das Gebiet der Stadt Kiel um 368 ha und um 6564 Einwohner. Wegen der Eingemeindung mussten einige Straßen umbenannt werden.

Der Zweite Weltkrieg forderte auch in Hassee zahlreiche Menschenleben. bie Zahl der Toten blieb jedoch relativ gering, weil der größte Teil der Bevölkerung rechtzeitig in die Bunker flüchten konnte. Jeden Tag sah man um 8 Uhr abends einen Strom von Menschen samt Koffern zu dem Bunker an der Fröbelstraße ziehen. Nachts zwischen 2 und 3 Uhr kehrten die Menschen dann in ihre Wohnungen zurück. Der letzte Angriff fand in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1945 statt. Erst jetzt wurde in Hassee offen darüber gesprochen, dass es bei Demühlen ein "Arbeitserziehungslager" gegeben hatte. Um Neujahr 1963 fand man dort bei Straßenbauarbeiten 52 Skelette von Ermordeten.
Am 6. März 1962 wurde im Kern des alten Dorfes Hassee, in der Straße Uhlenkrog neben der 1871 gepflanzten Friedenseiche, das Pflegeheim Kiel­Süd eingeweiht.

(Streifzüge durch den Stadtteil: Kathrin, Johanna, Pepe, Julia, Hannah - 6b, 1998)